16.10.2011
1.
Bundesliga 2011/2012 - 9.Spieltag
1.
FC Köln
Hannover
96 2 - 0 (1 - 0)
Podolskis
Streiche reichen zum Sieg
Die Entscheidung ist gerade erst gefallen, das Spiel ein paar Momente aus, da flirtet Lukas Podolski schon mit seiner Lieblingsecke im Rhein-Energie-Stadion, der Südtribüne. Eine Fahne wird organisiert, rot-weiß gemustert, das Kölner Stadtwappen in der Mitte, Podolski schwenkt sie so wild, bis sich die Flagge von ihrer Halterung löst. Diese besondere Entschlossenheit, unbedingt etwas anstellen zu wollen, hat der deutsche Nationalspieler auch kurz zuvor auf dem Platz gezeigt: Podolskis Klub, der 1. FC Köln, gewann mit 2:0 (1:0) gegen Hannover 96, beide Tore erzielte der Fahnenschwenker. Die Kölner verlassen damit die gefährliche Zone, sind nun Tabellen-Zehnter und haben mit 13 Punkten sogar Kontakt zu den weiter oben geführten Klubs.
Podolski überzeugte am Sonntagabend mit einem nahezu perfekten Spiel. Er war kämpferisch präsent, überzeugte durch Schnelligkeit, war stets anspielbereit – und erzielte zwei Tore, die laut Kölns Trainer Stale Solbakken „nur Lukas machen kann“. Das 1:0 (24.) fiel im Anschluss an einen direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern, der ruhende Ball lag halblinks vor dem Tor und setzte kurz hinter der Linie auf. Das 2:0 in der 86. Minute war ein besonderer Treffer: Nach seiner abgewehrten Ecke tunnelte Podolski den Gäste-Spieler Pinto und zog weit links im Strafraum recht nah an der Außenlinie ab – und traf in den entfernten Winkel. „Ich freue mich natürlich über so schöne Tore“, und über den schönen Abend, den wir jetzt haben“, sagte Podolski zu seinen Saisontoren fünf und sechs.
Linksverteidiger
Christian Eichner nahm ein Zitat seines
Trainers aus der jungen Vergangenheit auf:
„Vielleicht ist es ja so, dass Lukas in
solchen Situationen der beste Spieler der
Liga ist.“ Und Kapitän Sascha Riether lobte:
„Das waren Wahnsinns-Tore.“ Den ersten
Treffer widmete der Schütze seinem Vater
Waldemar – „das hat ihm die Anspannung
genommen“ –, den zweiten offensichtlich
seinem Trainer. Denn der Jubel führte ihn in
Solbakkens Arme, der Norweger durfte dort
anschließend noch das ganze Kölner Team in
Empfang nehmen.
Doch der Sieg ist umstritten. Hannover traf
in der 69. Minute, der Torschütze Sergio
Pinto zelebrierte seinen vermeintlichen
Treffer auf den Knien in Höhe der linken
Eckfahne – bis er mitbekam, dass dieses Tor
nicht zählte. Pintos Kollege Ya Konan stand
– alleine – gleich neben Kölns gestern
vorzüglichem Torhüter Michael Rensing im
Fünfmeterraum. Schiedsrichter Drees
entschied nach Rücksprache mit seinem
Assistenten auf Abseits. Rensing wunderte
das: „Das war ein klares Tor. Ya Konan hat
mich nicht behindert.“ Slomka empfand die
Aberkennung als „sehr ungerecht. Das tat uns
enorm weh.“
Solbakkens Mannschaft musste eine Menge Rückschläge im Spiel und auch davor verkraften. Nicht mitspielen konnten Milivoje Novakovic (muskuläre Probleme) und Kevin McKenna (Sehnenreizung). Dafür war erstmals nach seiner Rot-Sperre wieder Miso Brecko dabei, doch der Rechtsverteidiger hielt nur eine Halbzeit durch – Muskelverletzung. Für den Slowenen kam Andrézinho ins Spiel, allerdings musste der Brasilianer das Feld neun Minuten nach seiner Einwechslung wieder verlassen. Eine Innenbandverletzung am linken Knie zwang ihn zur Aufgabe. Schließlich half der Japaner Tomoaki Makino auf der freigewordenen Stelle aus.
Solbakken betonte, dass trotz der Podolski-Gala seine gesamte Elf überzeugend aufgetreten sei und die am Sonntag viel zu passiven Hannoveraner „gemeinsam im Griff hatten“. Zu erwähnen sind noch zwei Lattentreffer: Einer für Hannover (Pinto, 50.), einer für Köln (Chihi, 63.). Dazu, dass nun, nach drei Siegen in vier Spielen, die Perspektiven für seinen Klub nicht die schlechtesten sind, sagte Solbakken: „So ist das wohl.“
So spielte der FC: Rensing
– Brecko
(46.
Andrezinho,
56.
Makino), Sereno, Jemal, Eichner –Lanig
84,,
Riether – Chihi
80,
(87.
Roshi), Jajalo, Peszko - Podolski
24´
86´
65,.




