25.10.2011

DFB Pokal 2 Runde

TSG 1899 Hoffenheim1. FC Köln  2 - 1 (1 - 1)

 1. FC Köln gibt den Sieg aus der Hand

Drei Tage nach dem 0:5 bei Borussia Dortmund zeigte sich der 1. FC Köln zwar vor allem kämpferisch deutlich verbessert, verlor aber erneut – wieder auswärts, diesmal in der zweiten Runde des DFB-Pokals. In der Sinsheimer Arena bezwang die TSG Hoffenheim die Kölner mit 2:1 (1:1). Dabei hatten die stark gestarteten Kölner den ersten Treffer des Spiels erzielt, die Partie aber doch noch – durch jeweils einen Fehler der Innenverteidiger Jemal und Sereno – verloren.
Die Kölner vergaben damit leichtfertig eine Chance auf viel Geld in einem lukrativen Wettbewerb. „Ich bin froh, dass wir auch auswärts mal überzeugend gespielt haben. Umso ärgerlicher ist es, dass wir verloren haben“, sagte Kölns Trainer Stale Solbakken nach der Partie.

Schon vor dem Spiel meldeten sich die akustisch klar überlegenen Kölner Fans in der schlecht besuchten Sinsheimer Arena und provozierten mit allerlei gezündeten Feuerwerken. Eine erste Ladung war gerade abgebrannt, da flammte schon eine zweite Fuhre Pyrotechnik auf – passend zum Spielstand. Die Kölner waren gerade in Führung gegangen, es lief die sechste Spielminute.

Hoffenheims Innenverteidiger Marvin Compper verlor in der eigenen Hälfte den Ball, weil Christian Clemens aufgepasst hatte – und den Ball zu Lukas Podolski schob. Ein Pass auf den linken Flügel, Flanke Slawomir Peszko – Compper unterlief den Ball – und Mato Jajalo, der am langen Pfosten gewartet hatte, drückte das Spielgerät über die Linie – 1:0. Davor und danach wurde deutlich, dass Hoffenheim mit einer nicht eingespielten B-Elf auftrat.

TSG-Trainer Holger Stanislawski verzichtete gleich auf fünf Profis, die am Samstag noch halfen, Borussia Mönchengladbach mit 1:0 zu schlagen. Die Folge: Klare Kölner Überlegenheit in der Anfangsphase. Und noch eine Großchance: Christian Clemens (kam für den verletzten Chihi ins Team) verpasste eine allerdings auch verunglückte Flanke von Miso Brecko, der in Dortmund noch fehlte und am Dienstag Adam Matuschyk in der Startelf ersetzte.

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis Hoffenheim sich entschloss, am Spiel teilzunehmen. Sven Schipplock testete Kölns Torhüter Michael Rensing mit einem Schuss aus zehn Metern – gehalten (16.). Dann versuchte es Innenverteidiger Vestergaard mit einem Kopfball nach einer Ecke, wieder passte Rensing auf (21.).

Glück hatte der Kölner Manndecker Ammar Jemal, dass sein Foul im Strafraum an Schipplock von Schiedsrichter Knut Kircher übersehen wurde (25.). Dabei hatte der Tunesier seinen Gegenspieler umgestoßen. Danach passierte 15 Minuten auf beiden Seiten nicht viel, der 1. FC Köln schien die Partie durch sicheres Stellungsspiel in allen Zonen im Griff zu haben, als Hoffenheims Babel die rechte FC-Abwehrseite düpierte.

Langer Ball in den Strafraum, Schipplock hängte Sereno ab, in der Mitte kam Jemal nicht hinter Chinedu Obasi her. Der Nigerianer traf den Ball aus fünf Metern, er fand den Weg durch die Beine von Michael Rensing – so stand es nach 41 Minuten 1:1. Jemal schaute im Rücken von Obasi zu.

Auch in der zweiten Halbzeit machten die Kölner den Gastgebern eine Freude. In der 50. Minute köpfte Sereno einen eigentlich leichten Ball in Hüfthöhe auf die Brust des Hoffenheimers Knowledge Musona. Der konnte sich völlig frei zu einem Sololauf aufmachen – und schließlich aus zehn Metern ins Netz einschieben. Das Spiel war gedreht. „Das war natürlich ein schwerer Fehler, das weiß jeder, auch Sereno. Aber danach haben wir eine Reaktion gezeigt“, bilanzierte Solbakken.

Im Gegensatz zum Dortmund-Debakel ließen sich die Kölner von den Gegentreffern nicht demoralisieren. Trainer Stale Solbakken winkte seine Elf nach vorne, sie nahm die Aufforderung an: Martin Lanig (59.) und kurz darauf Peszko hatten mit ihren Schüssen gute Möglichkeiten, trafen aber nicht ins Tor. Die sich nun bietenden Räume in der Kölner Defensive nutzten die Hoffenheimer durch eine Vielzahl an Kontern. Doch sie spielten sie schlecht aus. In diesen Situationen passte die Kölner Defensive auf.

Die Kölner Profis versuchten es mit schnellen Pässen nach vorne, was zunehmend auf Kosten der Genauigkeit ging. Auch ein anderes Mittel verpuffte: Alleingänge, insbesondere von Lanig. In der 78. Minute versuchten es Lukas Podolski und Peszko mit einem Doppelpass – der Schuss des polnischen Nationalspielers landete aber am Außennetz.

 

So spielte der FC: Rensing – Brecko, Sereno, Jemal, Eichner43,85 min.(80. Matuschyk)– Clemens85 min.(80. Freis), Riether, Lanig, Peszko52,85 min.(90. Pezzoni) – Jajalo65, – Podolski35,

 

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