05.11.2011
1.
Bundesliga 2011/2012 - 12.Spieltag
SV
Werder Bremen
1.
FC Köln
3 - 2 (0 - 2)
Niederlage
kurz vor Schluss
Der 1. FC Köln musste sich am zwölften Spieltag dem SV Werder Bremen trotz Pausenführung mit 2:3 (2:0) geschlagen geben. Vor 41.500 Zuschauern im Bremer Weserstadion brachten Christian Clemens (3.) und Lukas Podolski (45.) den FC in Führung. Nach der Pause sah Henrique Sereno die Rote Karte und nach einer Verletzung von Ammar Jemal musste der 1. FC Köln die Partie mit neun Mann beenden. Mit einem Dreierpack drehte Bremens Torjäger Claudio Pizarro eine packende Partie.
Im Bremer
Weserstadion schickte Stale Solbakken die
Mannschaft ins Rennen, die auch beim
3:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg von
Beginn an auf dem Platz stand. Beide
Mannschaften starteten engagiert und legten
ein hohes Tempo vor. In der dritten
Spielminute zeigte sich erneut, warum der 1.
FC Köln in dieser Saison die effektivste
Offensive der Bundesliga stellt. Lukas
Podolski brachte eine maßgenaue Flanke von
der linken Seite in den Bremer Strafraum. In
der Mitte sprang Christian Clemens am
höchsten und ließ Werder-Keeper Tim Wiese
keine Chance – 0:1. Der FC präsentierte
sich, ganz in Rot spielend, in den
Anfangsminuten ballsicher und störte den
Bremer Spielaufbau früh. Nur fünf Minuten
nach dem ersten Tor hätte der zweite
Torschuss der Gäste fast den zweiten Treffer
bedeutet: Einen Freistoß von Podolski aus
rund 25 Metern konnte Wiese gerade noch über
die Latte lenken (8.). Bremen kam in der
Folgezeit besser ins Spiel und erspielte
sich gleich zwei hochkarätige Möglichkeiten:
Zunächst traf Aaron Hunt per Fallrückzieher,
dem Treffer wurde aber aufgrund einer
Abseitsposition die Anerkennung verwehrt
(10.), zwei Minuten später startete
Rechtsverteidiger Sokratis einen Sprint über
den gesamten Platz, im letzten Moment konnte
die FC-Abwehr seine Hereingabe aber zur Ecke
klären (12.). Die bis dato größte Torchance
erspielte sich der SV Werder dann in der 16.
Minute. Nach einem langen Ball über die
Abwehr des 1. FC Köln war Marko Arnautovic
frei durch und hatte in der Mitte gleich
drei Anspielstationen zur Auswahl. Doch er
wartete zu lange und Ammar Jemal konnte den
Ball abfangen.
In einem ereignisreichen Bundesligaspiel
musste Michael Rensing das erste Mal nach
gut zwanzig Minuten eingreifen, als er einen
Distanzschuss von Arnautovic aus dem Eck
fischte (22.). Die Gastgeber übten viel
Druck aus, der FC stand tief und konnte die
wichtigen Zweikämpfe in dieser Phase oftmals
für sich entscheiden. Bremen blieb aus der
Distanz jedoch gefährlich: Zunächst strich
ein Versuch von Mehmet Ekici knapp über die
Latte (30.), dann zielte Hunt erst zu hoch
(33.) und dann zu weit nach rechts (36.).
Werder-Trainer Thomas Schaaf, der bereits
früh alle Ersatzspieler zum Warmmachen
geschickt hatte, reagierte und brachte
Markus Rosenberg und Philipp Bargfrede für
Ekici und Schmitz (37.).
Doch die nächste hochkarätige Torchance
gehörte wieder dem 1. FC Köln. Lukas
Podolski stand bereit und trat einen
Freistoß von der rechten Seite mit dem
linken Fuß vor das Tor, Jemal verpasste
knapp und Wiese musste sein ganzes Können
aufbieten und konnte den Ball gerade noch
von der Linie kratzen (40.). Vier Minuten
später kam Slawomir Peszko nach einer
herrlichen Kombination mit Podolski im
Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter
Michael Weiner ließ weiterspielen (44.).
Bremen drückte und wollte vor der Pause
unbedingt noch ausgleichen. Christian
Clemens konnte einen Zweikampf in der
eigenen Hälfte gewinnen, schickte Podolski
auf die Reise und der überwand Wiese zum 0:2
(45.). Naldo versuchte zwar noch zu retten,
doch konnte das Spielgerät nicht mehr
entscheidend abfälschen.
Mit Wut im Bauch kamen die Gastgeber bereits
fünf Minuten vor Beginn des zweiten
Durchgangs zurück auf den Rasen.
Entsprechend druckvoll begann der SV Werder
die zweite Halbzeit. Nur vier Minuten nach
Wiederanpfiff besorgte Torjäger Claudio
Pizarro den Anschluss (49.). Einen weiten
Einwurf von Sokratis konnte der FC nicht
klären und über Umwege kam der Ball zum
Peruaner, der aus dem Gewühl heraus zum 1:2
einschob. Zwei Minuten später setzte Michael
Rensing zum Sprung an und parierte den
Versuch von Arnautovic (51.). In der 53.
Minute überschlugen sich die Ereignisse:
Pizarro drang von rechts in den Strafraum
ein, seine Hereingabe drosch Arnautovic am
zweiten Pfosten an die Latte, doch Referee
Weiner hatte bereits abgepfiffen. Nach
kurzer Verwunderung auf beiden Seiten zeigte
der Unparteiische Henrique Sereno die Rote
Karte und zeigte auf den Punkt. Weiner
entschied auf Foul von Sereno an Rosenberg.
Pizarro ließ sich diese Gelegenheit nicht
entgehen und markierte den Ausgleich (54.).
FC-Trainer Stale Solbakken reagierte prompt
auf den Platzverweis und die drückende
Bremer Überlegenheit und brachte Pedro
Geromel ins Spiel. Der FC-Kapitän nahm
Serenos Platz in der Innenverteidigung ein.
Christian Clemens musste für ihn weichen.
Seinen Platz im rechten Mittelfeld nahm
Peszko ein, Jajalo ging ins linke Mittelfeld
und Lukas Podolski fungierte fortan als
einzige echte Offensivkraft. Nur eine Minute
nach dem Ausgleich hätte Aaron Hunt um ein
Haar die Partie endgültig gedreht, doch
seine Direktabnahme strich knapp am rechten
Pfosten vorbei (55.).
Wie entfesselt spielten die Hausherren jetzt
auf und brachten den FC immer wieder in arge
Bedrängnis. Vor allem Pizarro schien trotz
seiner Saisontreffer neun und zehn noch
nicht zufriedengestellt und sorgte als
stetiger Unruheherd immer wieder für
Torgefahr vor dem Kasten von Michael Rensing.
Mit Kevin Pezzoni brachte Solbakken einen
weiteren defensiv ausgerichteten Akteur ins
Spiel. Der großgewachsene Pezzoni
orientierte sich ins Abwehrzentrum.
Solbakken brachte Matuschyk für Peszko und
zog somit seine letzte Wechseloption in der
72. Spielminute. Eine Minute später folgte
postwendend der nächste Rückschlag für den
FC: Ammar Jemal blieb nach einem Bremer
Angriff im eigenen Strafraum liegen und
musste mit der Trage von den Sanitätern vom
Platz gebracht werden. Während der Tunesier
behandelt wurde, hatte Werders Naldo in
doppelter Überzahl den Führungstreffer auf
dem Kopf, verzog aber knapp (75.). Jemal
kehrte zwar auf den Platz zurück, in der 78.
Minute zeigte der Innenverteidiger aber an,
dass es nicht mehr weitergehen würde. Bei
Bremen kam mit Sandro Wagner ein weiterer
Offensivspieler, der SV Werder wollte in den
verbleibenden zehn Minuten unbedingt das
dritte Tor nachlegen. Zu neunt igelte sich
der FC im eigenen Strafraum ein, und hielt
dem steifen Angriffswind der Werderaner
zunächst stand. In der 82. Minute musste
dann auch noch Christian Eichner behandelt
werden, sodass beim 1. FC Köln kurzzeitig
nur sieben Feldspieler auf dem Platz
standen.
Bremen erspielte sich Eckball um Eckball und
verpasste die Führung mehrmals lediglich um
Zentimeter. Einziger FC-Spieler, der
kurzzeitig noch in der gegnerischen Hälfte
zu finden war, war Lukas Podolski, doch für
Entlastung konnten die Kölner mit zwei Mann
Unterzahl nicht mehr sorgen. Die Bremer
hatten zu viel Platz auf den Außenbahnen und
nach einer weiteren Flanke stand wiederum
Pizarro am zweiten Pfosten einmal mehr
goldrichtig und schob zum 3:2 ein (86.). Der
FC hatte aufopferungsvoll gekämpft und das
Spiel lange Zeit offen gehalten, doch
letztlich machte einmal mehr Claudio Pizarro
den Unterschied in einem hochdramatischen
und packenden Spiel.
So spielte der FC:
Rensing
78,
– Brecko, Sereno
53,
Jemal, Eichner – Clemens
3´
(55.
Geromel), Riether
42,
Lanig
89,
Peszko
(72.
Matuschyk)– Jajalo
(67.
Pezzoni), Podolski
45´




