18.09.2011
1.
Bundesliga 2011/2012 - 6.Spieltag
Bayer
04 Leverkusen
1.
FC Köln
1 - 4 (0 - 1)
Köln
schießt Leverkusen ab
Vor dem Gästeblock feiert der Mann des Spiels mit nacktem Oberkörper, während Rudi Völler auf das Schiedsrichtergespann einschimpft. Lukas Podolski hat in nur 90 Minuten mal eben zwei Fußall-Welten auf den Kopf gestellt.
Die eigene, die
Kölner, strahlt nach einem fulminanten und
in dieser Form nicht für möglich gehaltenen
4:1-Sieg im Derby plötzlich in ihren
schönsten rot-weißen Farben, die andere, die
Werkself-Welt, hat Prinz Poldi mal eben in
Trümmer geschossen.
An allen vier Toren war er beteiligt, zwei
hat er selbst gemacht, zwei vorbereitet, den
über 4.500 FC-Fans einen Rausch geschenkt.
Jetzt wirft er sein Trikot in den Block,
verabschiedet sich glücklich klatschend in
Richtung Kabine. 15 Jahre gelang kein Sieg
gegen Bayer – und jetzt so ein Triumph!
„Heute hat es
sehr gut geklappt, aber man darf sich jetzt
nicht nach einem Spiel wieder zurücklehnen,
sondern es muss über ein paar Spiele gehen,
dann kann man zufrieden sein“, sagt Prinz
Poldi, als er über eine Stunde (!) nach
Schlusspfiff wieder raus kommt - lief es auf
dem Platz überragend, lief bei der
Dopingkontrolle erst mal gar nichts…
Doch was war das zuvor für eine Gala! Poldi
und Nova – das Colonia-Duett feierte nur
sechs Tage nach dem Grottenkick gegen
Nürnberg Wiederauferstehung. Poldi eröffnete
den kölschen Rausch in der 44. Minute mit
einem unnachahmlichen Pass von der
Mittellinie in den Lauf von Riether, von dem
er den Ball zurückbekam, vernaschte Toprak
und legte für Nova auf.
Der Slowene
schob ein, zeigte aber mit dem Daumen an:
Das war Poldis Tor! Dann ging es anders
herum, zweimal legte Nova für Poldi auf, vor
allem das 3:0 in der 54. Minute war ein
klassischer Hammer, wie ihn nur der kölsche
Prinz raushaut.
Drei Tore in zehn Minuten – das kölsche
Wunder war perfekt, der Rest war Party, auch
am 4:1 waren Poldi und Nova beteiligt,
Jajalo setzte den i-Punkt. „Wenn die anderen
acht Feldspieler so gut spielen wie heute,
dann kann man Poldi und Nova ein paar mehr
Freiheiten geben“, lobte Coach Stale
Solbakken die ganze Truppe.
Der Norweger hielt an seinem System fest,
stellte aber geschickt um: Vor allem sein
Schachzug, Sereno als Rechtsverteidiger
gegen den schnellen Schürrle zu stellen,
ging voll auf.
Links zeigte Jemal ein gutes Debüt, und
„auch der alte McKenna“ (Solbakken) spielte
neben Geromel einen prima Innenverteidiger.
Solbakken war neben dem Colonia-Duett der
Sieger des Tages und durfte scherzen: „4:1
für uns - hätte man darauf gewettet, wäre
man jetzt wohl Millionär!“
So spielte der FC:
Rensing
82,
– Sereno, McKenna, Geromel, Jemal
(69.
Eichner) – Riether
83,,
Jajalo
90´
– Chihi
(64.
Lanig), Peszko
28,
(77.
Clemens
79,)
– Podolski
47´
54´,
Novakovic
44´.




