27.09.2011

 1. Bundesliga 2011/2012 - 7.Spieltag 

1. FC Köln TSG 1899 Hoffenheim 2 - 0 (1 - 0)

 1. FC Köln beendet den Heimfluch

Nach dem Schlusspfiff mobilisiert Kevin McKenna seine letzten Kräfte. Mit der Wucht eines Schaufelbaggers reißt er Henrique Sereno in seine Arme und stolziert mit in die Luft gereckter Faust in Richtung Nordtribüne, von der ihm donnernder Applaus entgegenhallt. Die vom Kanadier dirigierte runderneuerte Kölner Viererkette hatte beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Hoffenheim überraschend stark gespielt und den Grundstein für den verdienten Erfolg gelegt.

Der 31-Jährige genoss den Triumph sichtlich, hatte er doch lange Zeit die Spiele im Rhein-Energie-Stadion nur von der Tribüne verfolgt. „Es ist immer schön, wenn man vor diesem unglaublichen Publikum Punkte holt“, sagte McKenna noch auf dem Platz über die Stadionlautsprecher. In den vorangegangenen 90 Minuten hatten die Kölner den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen bestätigt. Die Defensive um Christian Eichner, McKenna, Sereno und Andrézinho stand stabil, offensiv kombinierte der FC über Mato Jajalo, den überragenden Lukas Podolski und Slawomir Peszko in hohem Tempo.

„Wir haben verdient gegen eine Klasse-Mannschaft mit großem individuellen Potenzial gewonnen. Unsere Grundordnung war nahe an der Perfektion“, sagt Solbakken, während TSG-Coach Holger Stanislawski seinen Spielern eine intensive Fehleranalyse ankündigte. „Wir haben viel zu reden und uns verhalten wie kleine Kinder. Man kann warnen und warnen und warnen, dass die Herdplatte heiß ist, aber dann probieren die Kinder doch, wie es sich anfühlt“, sagte Stanislawski.

In der Tat hatte die TSG trotz aller Mahnungen des Trainers die Kölner Konterstärke unterschätzt. Immer wieder boten sich für den FC nach Ballverlusten der TSG große Lücken in der Offensive. Nach zehn Minuten tauchte der FC das erste Mal nach einer Hochgeschwindigkeitskombination vor TSG-Torhüter Tom Starke auf, den zweiten Konter nutzte Mato Jajalo nach Zuspiel von Lukas Podolski zur verdienten Führung, nachdem er sich den Ball im Mittelfeld gegen Sebastian Rudy erkämpft hatte (20.).

Im Gegensatz zu den vorherigen Heimspielen wartete des FC nicht am eigenen Strafraum auf die Angriffswellen der Gäste, sondern rückte mit beiden Viererketten konsequent nach vorne, um das Spielfeld eng zu halten. Die Hoffenheimer Angriffsbemühungen beschränkten sich auf Einzelaktionen von Babel und verzweifelte Distanzschüsse. „Unsere Viererkette hat funktioniert, obwohl wir mit Spielern ohne Spielpraxis gespielt haben“, lobte Solbakken nach seinem ersten Heimsieg.

Was das Quartett für die Defensive verrichtete, erledigte Lukas Podolski offensiv fast im Alleingang. Nach seinem Doppelpack in Leverkusen spielte der Nationalspieler auch gegen Hoffenheim groß auf und begeisterte die Fans mit Dribblings, Pässen und enormen Durchsetzungsvermögen. „Podolski ist unser bester Spieler; vielleicht ist er sogar der beste Spieler der Bundesliga. Er weiß, dass er wertvoll für die Mannschaft ist, wenn er viel läuft. Dann wird er auch mehr unterstützt.Es ist wie bei Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, sie können nur glänzen wenn die Mannschaft funktioniert“, sagte Solbakken, der sich nach dem 2:0 durch den Nationalspieler (63.) gelassen auf den Schlusspfiff freute.

Die überraschende Entwicklung der letzten Wochen hat für Christian Eichner simple Gründe. „Wir haben Schritte auf den Trainer zugemacht und umgekehrt“, sagt er und erhält Zuspruch des Norwegers. „Ich war überrascht, dass Einige Schwierigkeiten mit Dingen hatten, die für mich völlig klar waren. Ich habe dann mit zwei, drei Spielern gesprochen und ihnen gesagt, sie sollen nicht zu viel denken und sich wieder mehr auf ihren Instinkt verlassen“, sagt Solbakken. „Nach unserem Katastrophenstart haben wir zehn Punkte aus fünf Spielen geholt. Das freut mich, auch für die Fans.“

Auch McKenna konnte sich der allgemeinen Euphorie nicht entziehen. Die Vorfreude auf die nächsten Wochen ist nach dem Sprung auf Platz zehn groß. „Der Körper wird immer älter, aber ich glaube und hoffe, dass ich noch ein paar Jahre laufen kann.“

 

So spielte der FC:  Rensing – Andrezinho85 min.(82. Matuschyk), Sereno18, McKenna, Eichner – Chihi, Riether, Jajalo20´, Peszko85 min.(85. Clemens) – Podolski63´, Novakovic85 min.(73. Lanig).

 

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